Du hast es immer dabei.

Es kennt deine Kontakte, deinen Standort, deine Gewohnheiten, deine Stimme – möglicherweise sogar deinen Fingerabdruck.

Wann war der Moment, als dir bewusst wurde, dass du nicht alleine bist, wenn du dein Smartphone nutzt?

Was wirklich unter der Oberfläche passiert

Für die meisten Menschen ist das Smartphone eine Oberfläche. Darunter arbeitet jedoch ein komplexes System aus Dutzenden Akteuren – von der Hardware-Architektur im Inneren – über die Betriebssystem-Dienste – bis zum WLAN-Netz deines letzten Cafés. Es registriert mehr über dich, als dir je angezeigt wird. Hast du das Bild einmal erkannt, wirst du dein Smartphone mit anderen Augen sehen.

Unser Antrieb

Das an die Oberfläche zu holen, was unter der Oberfläche deines Smartphones arbeitet. Denn irgendwann ist es keine Entscheidung mehr, sondern wird zum Statement, wer du bist.

Schichten des Smartphone-Zugriffs
Hardware-Ebene — Was du nicht siehst, kannst du nicht kontrollieren

Chip- / SoC-Hersteller

Der Hauptchip steuert alles: Speicher, Kamera, Verschlüsselung, Sensoren. Er enthält proprietäre Firmware-Blöcke, die auch nach einem Factory Reset aktiv bleiben. Qualcomm, Apple und MediaTek geben keinen vollständigen Einblick in die Prozesse, die auf ihren Chips laufen — nicht einmal an Gerätehersteller.

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Qualcomm, Apple, MediaTek, Samsung Exynos, Google Tensor

ARM / Hardware-Architektur

ARM liefert nicht den Chip, sondern die Blaupause. Über 95 % aller Smartphones weltweit laufen auf ARM-Architektur. Wer die Architektur lizenziert, kontrolliert, was auf unterster Ebene überhaupt ausführbar ist — einschließlich TrustZone, einer isolierten Ausführungsumgebung, die unabhängig vom Betriebssystem läuft.

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ARM CPU-Architektur, ARM TrustZone, lizenzierte Chip-Designs

Baseband-Prozessor / Modem

Das Modem kommuniziert kontinuierlich mit dem Mobilfunknetz — auch im Hintergrund, auch wenn du das Gerät nicht nutzt. Es läuft auf eigenem Speicher mit eigener Firmware, am Betriebssystem vorbei. Kein Hersteller bietet heute ein Consumer-Gerät mit offenem Modem-Code an.

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Qualcomm Snapdragon Modem, Apple Modem, MediaTek Modem

Gerätehersteller / OEM

Samsung, Xiaomi und andere Hersteller modifizieren Android erheblich: vorinstallierte Apps, eigene Telemetrie-Dienste, herstellerspezifische Berechtigungssysteme. In Studien sendeten Geräte mit Hersteller-Android bis zu 3× mehr Datenpakete als AOSP-Geräte — bereits im Standby.

Apple, Samsung, Xiaomi, OnePlus, Motorola
Smartphone im Alltag
Software-Ebene — Was du installierst, bestimmt wer mitliest

Betriebssystem

Android und iOS kontrollieren jede App-Berechtigung, jeden Netzwerkzugriff, jeden Sensoraufruf. Standardmäßig senden beide Betriebssysteme Diagnosedaten, Absturzberichte und Nutzungsstatistiken an ihre Hersteller — ohne dass eine App geöffnet sein muss.

Google Android, Apple iOS, hersteller-spezifische Oberflächen wie One UI oder MIUI

Firmware- / Update-Infrastruktur

Modem-Firmware, WLAN-Chip-Code und Sicherheitsmodule werden über separate Kanäle aktualisiert — unabhängig vom Betriebssystem-Update. Diese Updates laufen automatisch, ohne sichtbare Bestätigung. Wer diese Infrastruktur kontrolliert, kann Geräteverhalten ändern, ohne dass du es siehst.

OTA-Updates, Modem-Firmware-Updates, Google Play System Updates

Bootloader / Low-Level-Firmware

Der Bootloader startet noch vor dem Betriebssystem. Er prüft kryptografisch, welcher Code geladen werden darf — und blockiert bei den meisten Geräten den Start alternativer Betriebssysteme. Ein gesperrter Bootloader bedeutet: du nutzt dauerhaft das, was der Hersteller vorgesehen hat.

Gesperrter Bootloader, Secure Boot, Hersteller-Startfirmware
Netzwerk-Ebene — Dein Gerät sendet auch wenn du schläfst

Mobilfunkanbieter / Carrier

Dein Anbieter sieht Zeitpunkt, Dauer und Ziel jeder Verbindung. Über Funkzelltriangulierung lässt sich dein Standort ohne GPS auf wenige Meter genau bestimmen. Diese Daten werden je nach Rechtslage für Monate oder Jahre gespeichert.

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Telekom, Vodafone, O2 / Telefónica

WLAN- / Bluetooth-Chip

WLAN-Chips senden regelmäßig Probe-Requests — Signale, mit denen sie bekannte Netzwerke suchen. Wer diese Signale empfängt, kann ein detailliertes Bewegungsprofil über Zeit erstellen. MAC-Adressen-Randomisierung mildert das, schützt aber nicht vollständig.

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WLAN-Scanner, Bluetooth Low Energy, AirDrop, MAC-Adressen

Internetanbieter / Netzwerkinfrastruktur

Dein Internetanbieter sieht jede DNS-Anfrage und jede Verbindungs-Metadaten — auch bei HTTPS. Allein aus Zieladressen und Timing lassen sich detaillierte Verhaltensprofile erstellen, ohne Zugriff auf Inhalte.

Heimrouter, WLAN-Provider, DNS-Resolver, ISP
App- & Dienste-Ebene — Was du nutzt, formt dein Profil

App-Stores

Google und Apple entscheiden, welche Apps überhaupt verfügbar sind — und under welchen Bedingungen. Beide Stores protokollieren Suchanfragen, Downloads und Nutzungszeiten und verknüpfen diese mit Gerätekennungen.

Google Play Store, Apple App Store

Werbenetzwerke & Tracker

Über SDKs, die in tausenden Apps eingebettet sind, verfolgen Werbenetzwerke dein Verhalten app-übergreifend. Ein durchschnittliches Smartphone mit Standard-Apps sendet in 24 Stunden Tracking-Pings an mehrere hundert verschiedene Domains.

Tracking-SDKs, Ad-IDs, Cross-App-Profile, Fingerprinting

Cloud-Anbieter

iCloud, Google Drive und Samsung Cloud synchronisieren standardmäßig Fotos, Kontakte, Notizen und App-Daten. Wer den Dienst betreibt, hat technischen Zugriff auf diese Inhalte — unabhängig davon, ob er ihn nutzt.

iCloud, Google Drive, Samsung Cloud, Microsoft OneDrive

Behörden und staatliche Akteure

In Deutschland und der EU können Behörden mit richterlicher Anordnung Zugriff auf Bestands- und Verbindungsdaten verlangen. Anbieter sind gesetzlich verpflichtet zu kooperieren. Wie weit diese Daten ausgewertet werden, ist für Nutzer nicht einsehbar.

Richterliche Anordnungen, Vorratsdatenspeicherung, Netzüberwachung

Du weißt nun mehr über Smartphones als 99% aller Menschen.

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