Denn es arbeitet bereits, bevor du überhaupt eine App öffnest. Entdecke die verborgene Systemebene deines Smartphones.
Bewertet wird,
was fest im Gerät verankert ist – Betriebssystem und Hardware. Apps, Browser, Cloud-Dienste etc. können beliebig installiert und deinstalliert werden. Sie entziehen sich daher einer objektivierten Beurteilung.
Bewertet werden
13 Kriterien in 2 Kategorien – 3 zum Betriebssystem (Quelloffenheit Tracking, Bootloader), 10 zur Hardware (vom Baseband-Modem bis zur fest eingebauten Gerätekennung).
Gewichtet werden
die Kategorie „Betriebssystem" mit 30% und die Kategorie „Hardware" mit 70%. Innerhalb der Kategorien werden die Bewertungskriterien ebenfalls gewichtet, sodass die Summe jeweils 30 bzw. 70 ergibt.
Punkte verteilen
sich zwischen 0 und 5 – mit 0 = vollständige Intransparenz und 5 = vollständige Transparenz. Der Score-Beitrag eines einzelnen Bewertungskriteriums errechnet sich wie folgt: Punkte je Kriterium / 5 x Gewichtung. Der Gesamt-Score ergibt sich durch die Summierung der Score-Beiträge aller Einzelkriterien.
Status
Gelöst – vollständige Transparenz möglich
Lösbar – in der Entwicklung
Ungelöst – aktuell vollständige Intransparenz
Kategorie A — Betriebssystem
Max. 30%| Kriterium | Gewichtung | Was wird bewertet | Status |
|---|---|---|---|
| OS-Quelloffenheit | 12% | Ist das Betriebssystem vollständig Open Source und unabhängig auditierbar? Warum relevant: Nur offener Code kann auf Hintertüren geprüft werden — proprietären Systemen muss blind vertraut werden. Ziel: Das gesamte Betriebssystem ist öffentlich einsehbar und von unabhängigen Sicherheitsforschern prüfbar — kein versteckter Code, keine blinden Flecken. | Gelöst |
| Eingebaute Telemetrie | 10% | Sendet das OS standardmäßig Daten an den Hersteller? Ist ein vollständiges Opt-out möglich und prüfbar? Warum relevant: Android sendet im Standardzustand alle 4,5 Minuten Daten an Google — auch bei ausgeschaltetem Display. Ziel: Das Gerät sendet im Grundzustand keine Daten an Hersteller oder Dritte. Jede Datenübertragung ist dokumentiert, deaktivierbar und prüfbar. | Gelöst |
| Bootloader entsperrbar | 8% | Kann das Gerät mit einem alternativen Betriebssystem bespielt werden, ohne Herstellerrestriktionen? Warum relevant: Ein gesperrter Bootloader macht dich dauerhaft abhängig vom Hersteller — du kannst das vorinstallierte System nicht ersetzen. Ziel: Du kannst jederzeit ein alternatives Betriebssystem installieren — und den Bootloader danach wieder sicher verschließen. | Gelöst |
Kategorie B — Hardware & Chips
Max. 70%| Kriterium | Gewichtung | Was wird bewertet | Status |
|---|---|---|---|
| Baseband / ModemVerbindet dich mit dem Mobilfunknetz — aber wer hört noch zu? | 22% | Transparenz und Offenheit des Mobilfunk-Chips (der Chip, der Gespräche und Daten über das Handynetz überträgt). Das Modem hat ein eigenes proprietäres Betriebssystem und kommuniziert direkt mit dem Netz — am OS vorbei. Warum relevant: Kein Consumer-Gerät hat heute ein offenes Modem. Es ist der größte blinde Fleck in jedem Smartphone. Ziel: Das Mobilfunk-Modem ist vollständig dokumentiert und quelloffen — sein Verhalten ist für Nutzer und Forscher nachvollziehbar. | Ungelöst |
| Hardware Kill-SwitchesKannst du Kamera oder Mikrofon wirklich abschalten? | 12% | Physische Schalter, die Kamera, Mikrofon und WLAN vom Strom trennen — unabhängig vom Betriebssystem. Warum relevant: Software-Deaktivierung kann umgangen werden. Ein physischer Schalter nicht. Heute nur beim Purism Librem Phone verfügbar. Ziel: Kamera, Mikrofon und WLAN lassen sich per physischem Schalter vom Strom trennen — unabhängig von Software und Betriebssystem. | Lösbar |
| Firmware Blobs / Treiber | 8% | Proprietäre Firmware-Komponenten (geschlossene Softwaremodule) in Grafik, Kamera, WLAN. Warum relevant: Dieser Code läuft auf deinem Gerät und wird direkt vom Chiphersteller geliefert — ohne Prüfmöglichkeit durch den Nutzer, den Handyhersteller oder unabhängige Sicherheitsforscher. Ziel: Alle Treiber-Komponenten sind quelloffen und unabhängig geprüft — kein versteckter Herstellercode auf deinem Gerät. | Lösbar |
| WLAN & Bluetooth ChipSendet permanent Signale — auch wenn du nicht surfst. | 7% | Offene Treiber vorhanden? Ist die Chip-Firmware transparent und auditierbar? Warum relevant: WLAN- und Bluetooth-Chips kommunizieren permanent mit der Umgebung — ohne offene Firmware ist unklar, was dabei übertragen wird. Ziel: WLAN- und Bluetooth-Chips arbeiten mit quelloffener Firmware — jede Signalübertragung ist dokumentiert und überprüfbar. | Lösbar |
| TEE / Secure EnclaveSchützt deine Daten — oder die des Herstellers? | 6% | Der Sicherheitschip (isolierter Chip für Schlüssel, Biometrie und Zahlungen) verwaltet die sensibelsten Daten deines Geräts. Meist proprietär und nicht auditierbar. Warum relevant: Wer den TEE kontrolliert, kontrolliert deine Fingerabdrücke, Passwörter und Zahlungsdaten. Das OpenTitan-Projekt arbeitet an einer offenen Alternative. Ziel: Der Sicherheitschip ist quelloffen und unabhängig auditiert — du weißt genau, wer Zugriff auf deine Schlüssel und biometrischen Daten hat. | Lösbar |
| NFC-Chip | 5% | Ist der NFC-Chip offen zugänglich oder gesperrt (z.B. nur Apple Pay)? Kill-Switch möglich? Warum relevant: NFC-Chips arbeiten auf wenige Zentimeter Distanz. Ohne Kill-Switch ist dein Gerät in U-Bahnen, Einkaufszentren oder an kontrollierten Türen potenziell auslesbar — ohne dass du es merkst. Ziel: Der NFC-Chip lässt sich vollständig deaktivieren und ist für alle Anwendungen offen zugänglich — keine Herstellersperren. | Lösbar |
| Power Management IC (PMIC) | 4% | Steuert den Energiefluss zu allen Chips im Gerät. Vollständig undokumentiert — niemand forscht aktiv daran. Warum relevant: Der PMIC entscheidet, welcher Chip wann Strom bekommt. Theoretisch könnte ein manipulierter PMIC einzelne Chips heimlich aktivieren — auch wenn das OS sie deaktiviert hat. Heute noch Pioniergebiet. Ziel: Jeder Chip erhält nur dann Strom, wenn du es möchtest — vollständig dokumentiert und kontrollierbar. | Ungelöst |
| Hardware-ID IMEI | 3% | Die IMEI identifiziert dein Gerät eindeutig im Mobilfunknetz — ein dauerhafter, unveränderlicher Fingerabdruck. Warum relevant: Mit der IMEI kann dein Aufenthaltsort auch ohne SIM-Karte nachverfolgt werden. Randomisierung ist gesetzlich eingeschränkt. Ziel: Die Gerätekennung wird bei jedem Netzwechsel automatisch randomisiert — kein dauerhafter Fingerabdruck im Mobilfunknetz. | Ungelöst |
| Hardware-ID MAC / Bluetooth | 2% | Die MAC-Adresse identifiziert dein Gerät in WLANs eindeutig. Softwareseitige Randomisierung ist möglich (z.B. GrapheneOS). Warum relevant: Ohne Randomisierung können Einkaufszentren, Flughäfen und öffentliche Netze deine Bewegungen dauerhaft tracken. Ziel: Die MAC-Adresse wird bei jeder neuen Verbindung zufällig gewählt — kein WLAN-Netz kann dich über Standorte hinweg verfolgen. | Per Software |
| IMU / Bewegungssensoren | 1% | Gyroskop und Beschleunigungssensor — eigentlich für Navigationszwecke. Warum relevant: Studien zeigen, dass Tipp-Muster und Bewegungsprofile aus Sensordaten zur eindeutigen Identifikation genutzt werden können. Softwareseitige Randomisierung ist möglich. Ziel: Sensor-Zugriff ist granular kontrollierbar — dein Tipp- und Bewegungsverhalten bleibt privat. | Per Software |
Wie viel dein Smartphone über dich weiß
Geräte im roten Bereich sammeln Daten über dich – ohne dass du es weißt oder beeinflussen kannst. Das Wissen ist einseitig verteilt: auf ihrer Seite.
Geräte im grünen Bereich machen sichtbar, was läuft – und lassen dich eingreifen. Du entscheidest, was geteilt wird. Je grüner, desto mehr Kontrolle liegt bei dir.